Ehevertrag

Ehevertrag notwendig?

Das Thema des Ehevertrags ist stark umstritten und emotional sehr belastet. Einerseits glauben viele, dass ein Ehevertrag nicht notwendig ist, wenn man sich wirklich liebt; an eine Scheidung wollen viele bei der Eheschließung nicht denken. Andererseits gibt es die Ansicht, dass man niemals eine Ehe eingehen sollte, ohne sich auch (vorher) durch einen Ehevertrag abzusichern.

Die Notwendigkeit eines Ehevertrags kann jedoch nicht pauschal beantwortet werden, sondern hängt stark vom Einzelfall ab.

Ehe ohne Ehevertrag?

Die Besitztümer und Schulden der Ehepartner, die dieser vor der Hochzeit bereits hatte, behält auch nach der Hochzeit jeder Ehegatte für sich. Kommt es zur Scheidung, wird das während der Ehe gemeinsam erwirtschaftete Vermögen aufgeteilt. Hierbei wird durch Gesetz der Ehepartner geschützt, der z.B. aufgrund der Kinderbetreuung wirtschaftlich schlechter gestellt ist und während der Ehe nicht in der Lage war, sein Vermögen zu vermehren. Diesen gesetzlichen Regelfall nennt man Zugewinngemeinschaft, welche in § 1363 BGB geregelt ist.

Wann soll der Ehevertrag geschlossen werden?

Ein Ehevertrag muss nicht vor der Ehe geschlossen werden, sondern kann auch nach der Eheschließung erfolgen, § 1408 BGB. Die Romantik einer Ehe muss daher nicht notwendigerweise zerstört werden. Ein Ehevertrag ist insbesondere dann anzuraten, wenn die Eheleute ein gemeinschaftliches Unternehmen führen, damit das Unternehmen bei einer Scheidung geschützt wird.

Was regelt man in einem Ehevertrag?

In einem Ehevertrag kann insbesondere eine Gütertrennung beschlossen werden (dies muss speziell auch für den Versorgungsausgleich geregelt werden und ist auch modifizierbar). Hier werden die erworbenen Güter strikt getrennt werden und müssen bei einer Scheidung nicht aufgeteilt werden.

Möglich ist auch die Regelung einer Gütergemeinschaft, §§ 1415 ff. BGB, welche das Gegenteil der Gütertrennung darstellt. Diese ist in Deutschland bislang jedoch nicht so populär.

Ihre persönliche Entscheidung ist maßgeblich!

Ein Ehevertrag kann einerseits den schwächer gestellten Ehepartner benachteiligen und so zu einer „unfairen“ Scheidung führen. Auch können durch diesen steuerliche Vorteile beim Tod eines Ehegatten entfallen. Andererseits könnte ein Ehevertrag auch zu einer „gerechteren“ Aufteilung der erwirtschafteten Güter führen und eine Scheidung stark beschleunigen.

Im Endeffekt muss jedes Paar für sich entscheiden, ob, wann und in welchem Umfang es einen Ehevertrag aufsetzen will.

Unsere Kanzlei berät Sie zu den Möglichkeiten und begleitet Sie bei Ihren Entscheidung, wie auch immer sie ausfällt!

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